Von Störgeräusche

28. Oktober 2005

Einer schreibt was ins Internet und schlägt damit hohe Wellen. So zumindest beschreibt (mutmasslich) Hermann Gremliza in der neuen Konkret das, was in diesem Blog über seine Kolumne (Konkret 8/05) gesagt wurde. Schön natürlich, wenn man mit einem Beitrag in einem Blog hohe Wellen schlagen kann. Traurig nur, dass die Wellen gemessen an ihrer gesellschaftlichen oder auch bloss medialen Relevanz derart mikrig sind, dass sie eigentlich höchstens als Gischt bezeichnet werden dürften. Taurig übrigens auch, dass der Ursprung der Wellen – die Quelle sozusagen – nicht genannt wurde.

Zu finden ist das ganze hier ab der Mitte.

PS: Sind Tsunami-Wortspiele eigentlich noch in Mode?

Die Vollidioten

20. Oktober 2005

Ich lese zur Zeit die Vollidioten von Eckhard Henscheid – einem erledigten Fall – weil sich mir das Buch in einem Brockenhaus für bloss 2 Franken andienlich gemacht hat. Zwei Stellen seien daraus zitiert:

«Jedesmal, wenn ein gelber oder grüner Lieferwagen eilig um die Ecke kurvt, so dass die Reifen quietschen, muss Herr Domingo lachen. Offenbar kann er ganz gut davon leben.»

«Herr Domingo, der früher mal einen «Verein zur Abschaffung der Sexualität wegen unterträglicher Trivialität der dabei anfallenden Vorgänge» hatte gründen wollen, lauschte gespannt meinem Bericht.»

Herbst, naja

19. Oktober 2005

Einst an einem lauen Herbsttag, als Menschen wie Blätter von den Bäumen fielen, betrat Franz den Wald. Er betrachtete, genüsslich an einer Zigarre ziehend, das sonderliche Schauspiel und dachte bei sich, dass doch alles ganz gut eingerichtet sei, hier auf Erden. An einer Birke hing, die Haare zu einem Knopf gebunden, ein Mädchen in einer Astgabelung und klapperte mit dem Strickbesteck. Drüben auf einem Hügel in einer Lichtung war unter einem Apfelbaum eine nicht zu übersehende Menge an gutgekleideten Zylinderträgern zu Boden gefallen und krabbelte nun über- und durcheinander wie Ameisen, in deren Bau man stochert. In einem Bach zu Füssen von Franz trieben die sonderlichsten Gestalten, allesamt in Fetzen gekleidet und mit fingerlosen Handschuhen bestückt. Es trieb die armen Kerle geradewegs hinaus ins freie Land, wo sie ungeschützt leichte Beute für die Vögel wurden.

Persönliche Anmerkung: Es schien Franz nicht aufzufallen, dass einige der Zylinderträger versuchten, den Bach kurz vor dem Waldrand zu stauen, während andere ihrer Gattung kleine Nebenarme ins Bachbeet leiteten. Scheint nicht sehr aufmerksam zu sein, der gute Franz.

HartzIV Realismus

14. Oktober 2005

Germanistik und Philosophie? Einmal Regale putzen bitte! Die Hölle «Brückenjob» und die Zurichtung der Arbeitenden in ihr, kann man hier aus sicherer Distanz betrachten:

Homo Academicus

Im Übrigen auch eine schöne empirische Ergänzung zur Erkenntnis, dass die Selektion der Studierenden auch nach der Uni zu greifen vermag. Bildung für alle heisst eben auch: Akademiker ab zum Regale putzen. Nicht dass das schlimmer wäre als wenn das weniger Gebildete oder Ungebildete machen müssten, es ist halt bloss keinen Deut besser.

Ein Zweisatz

13. Oktober 2005

Manche Blogger sind ja darauf spezialisiert, bloss einen Satz pro Beitrag zu schreiben. Der muss dann dafür wahnsinnig sinnig sein. So gut bin ich natürlich nicht, darum brauch ich auch noch zwei Sätze:

Manchmal knickt mein Kopf nach hinten weg, dann sehe ich den blauen Himmel. Meistens jedoch ist es bevölkt.

Vielleicht…

…kann ich mich dazu durchringen, doch wieder ab und an die graue Fläche in meinem Blog mit neuen Buchstaben zu verzieren. Schliesslich habe ich soeben mit einer noch viel dümmeren Beschäftigung aufgehört: Stämme (Browser-Game) spielen. Letztes Wochende:

Manchmal habe ich das Gefühl, ich könne die Welt in Scherben werfen, doch wenn ich an mir runtersehe, stehe ich doch wieder nur betrunken in einer Bierlache.