Herbst, naja

19. Oktober 2005

Einst an einem lauen Herbsttag, als Menschen wie Blätter von den Bäumen fielen, betrat Franz den Wald. Er betrachtete, genüsslich an einer Zigarre ziehend, das sonderliche Schauspiel und dachte bei sich, dass doch alles ganz gut eingerichtet sei, hier auf Erden. An einer Birke hing, die Haare zu einem Knopf gebunden, ein Mädchen in einer Astgabelung und klapperte mit dem Strickbesteck. Drüben auf einem Hügel in einer Lichtung war unter einem Apfelbaum eine nicht zu übersehende Menge an gutgekleideten Zylinderträgern zu Boden gefallen und krabbelte nun über- und durcheinander wie Ameisen, in deren Bau man stochert. In einem Bach zu Füssen von Franz trieben die sonderlichsten Gestalten, allesamt in Fetzen gekleidet und mit fingerlosen Handschuhen bestückt. Es trieb die armen Kerle geradewegs hinaus ins freie Land, wo sie ungeschützt leichte Beute für die Vögel wurden.

Persönliche Anmerkung: Es schien Franz nicht aufzufallen, dass einige der Zylinderträger versuchten, den Bach kurz vor dem Waldrand zu stauen, während andere ihrer Gattung kleine Nebenarme ins Bachbeet leiteten. Scheint nicht sehr aufmerksam zu sein, der gute Franz.


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