In Bernau scheint die Sonne nie…

31. Dezember 2005

Ein kleiner Kommentar zu einer fast beliebig ausgewählten Passage aus einem semiintellektuellen Groschenroman aus Bernau, der allem Anschein nach die Auflösungserklärung einer politischen Gruppe ist. War mir dann doch zu langatmig und selbstverliebt (das soll man dann doch bitte auf Blogs wie diesem ausleben), als dass ich weiter als bis zur zitierten Stelle gelesen habe.

Diese Bewegung war nicht mehr und nicht weniger, als das, was der hemmungsloser Wahnsinn des linken Gesindels, anders deren psychopathologische Projektionsleistung legitimiert: die Konstruktion einer Gemeinschaft, die Isolierung des Anderen und der konsequente Vernichtungswunsch im Fall der Fälle.

Kann Wahnsinn eigentlich hemmungslos sein? Und falls es hemmungslosen Wahnsinn gibt, welcher Wahnsinn ist es dann nicht? Der der AJAB, weil er so selbstreflexiv ist? Ist Gesindel im übrigen nicht aus der Mottenkiste der Eugeniker entlehnt, oder erinnert zumindest stark an diese? Und sollte der Begriff nicht zumindest diese Konnotation aufweisen, sondern korrekt etymologisch hergeleitet sein, beträfe es dann nicht vielmehr die AJABler selbst, die sich in den unbedingten Gesellendienst der exlinken Regression gestellt haben? Eine Position, die selber von pathischen Projektionen getragen wird, auf psychopathologische hingegen verzichtet wie die Projektion an sich. Wenn man schon Freud ständig im Munde führt, sollte man schonmal einen Blick in seine Schriften werfen und nicht einfach alles von Dahlmann und anderen stilbildenden Ikonen nachplappern. Und bitte, wenn man schon mehr als eigenartige Wortkombinationen schustert, sollte man wenigstens die Sätze so konstruieren, dass sie Sinn ergeben. Wer legitimiert da nochmals wen? Und wieso macht der das? Und macht «ihr» – jene konstruierte Gemeinschaft (Achtung: Faschismus!) – das nicht auch? Und wenn nicht, warum isoliert ihr denn dann dieses Andere und wäre das nicht wahnsinnig böse? Fragen über Fragen. Zum Glück habe ich den Rest nicht gelesen, sonst sässe ich morgen noch hier. Eine letzte Frage sei aber noch gestattet, sie steht in direktem Zusammenhang mit dem konsequenten Vernichtungswunsch:

Wie ging der Romero-Evergreen nochgleich?
Ach ja: «Sofort in den Kopf schiessen»

Foucault

18. Dezember 2005

«Je weniger man mit seinen Fans zu tun hat, desto eher lässt sich Foucault lesen.»

Sagte mir einer letzhin und ergänzte mit einem Tip, wie sich dieses Unterfangen auch tatsächlich bewältigen lasse: Man mache jedesmal, wenn der Begriff «Diskurs» auftauche unten auf der Seite ein Strichlein. Die höchste Zahl die er bisher auf einer Doppelseite gezählt habe, sei siebzehn.

Und damit gleich alles wieder im richtigen Lichte steht:

Kritik an Foucaults Machkonzept

Music-Videos

16. Dezember 2005

Kann man hier runterladen:

Man findet da über vierzig Sonic-Youth-Videos. Oder schaut euch mal Nazi Punks Fuck Off von den Dead Kennedys an. Oder Hurt von Johnny Cash. Oder…

Viel Spass auf jeden Fall.

Winter vs. Sommer

13. Dezember 2005

Im Sommer behaupte ich immer, ich möge den Winter eigentlich lieber. Ja, ich möge ihn gar richtig gerne. Jetzt ist es draussen scheisskalt und ich sitze zuhause rum. So lustig ist das ganze also doch nicht. Einen positiven Effekt hat es aber: ich erzähle jetzt – auf Nachfrage versteht sich –, dass ich den Sommer eigentlich lieber möge. Ja, dass ich ihn eigentlich ganz gerne möge. Bleibt zu hoffen, dass die Illusion anhält und sich unter umgekehrten Vorzeichen auch im nächsten Sommer wieder einstellt. Ich möchte sie nämlich nicht missen.

Die ganz abgebrühten Politfetischisten werden einwerfen: „des ist doch egal, is doch eh alles Kapitalismus“. Ach, dass ist doch irgendwie sehr ausgelatscht. Richtig bleibt es aber wohl trotzdem.