Hinter Masken (2)

25. März 2006


Karin Kowalsky (ganz rechts)

Nachdem Karin Kowalsky den grünen Salat und das halbe Brötchen vom Mittagessen mittels bewährter Zeigefingertechnik in der WC-Schüssel entsorgt hatte, schaute sie sich im goldumrandeten Spiegel der Hoteltoilette ins Gesicht. Seit sie des Arztes, der Polizei und der Agentur wegen auf ihr Betäubungs- und Schlankheitsmittel aus Kolumbien verzichten musste, war ihr der ständige Gang auf den Laufsteg zur ausschliesslichen Selbstzerstörung geworden. So schloss sie mit ihrem 17 jährigen Verstand messerscharf, dass eine Packung Schlaftabletten wohl die einzig adäquate Antwort auf die aktuelle Situation sei.

Der Haken «Privateigentum»

22. März 2006

Auf dem GMX-Nachrichten-Portal kann man heute folgendes lesen:

«Jeden Tag sterben nach Angaben der Vereinten Nationen 6000 Menschen an Wassermangel oder Wasserverunreinigung – aller 15 Sekunden stirbt aus diesen Gründen ein Kind. Wie das UN-Kinderhilfswerk UNICEF am Dienstag einen Tag vor dem Weltwassertag weiter mitteilte, leiden rund 400 Millionen Kinder unter der ungenügenden Wasserversorgung.»

Nun haben sind aber gewiefte Wissenschafter daran gemacht, dafür eine «Lösung» zu erarbeiten:

«Eine blaue Plastikröhre von der Größe einer Blockflöte könnte in Zukunft zahlreichen Menschen in Krisengebieten das Leben retten. Anstatt große Filter zu installieren, trinken die Menschen das Wasser einfach durch Trinkröhren, die bereits alle nötigen Filter enthalten. Eine dänische Firma hat damit der Wendung „sich an den letzten Strohhalm klammern“ nun eine neue Bedeutung gegeben: Der „LifeStraw“, der in diesen Wochen auf den Markt kommt, soll seinem Besitzer ein ganzes Jahr lang sauberes Wasser verschaffen…»

Auch grosse Filter wären im Grunde kein Problem, wenn man sich bloss mal die Produktivkraft unserer Gesellschaft anschaut. Den Haken dabei erklärt der GMX-Artikel in Bezug auf die «blauen Plastikröhre» gleich selbst als Nebensatz:

«…und das für gerade mal etwa 3,50 Euro.»

Im Allgemeinen (Kummer 3)

18. März 2006

Der Bankomat um die Ecke wollte kein Geld ausspucken und so sah sich Klaus gezwungen auf alternativem Wege einen Schuh zu beschaffen. Scheinbar war das Gewaltmonopol des Staates nicht mit dem Bundestag verdampft, denn in der Nähe der Bank betranken sich zwei Uniformierte mit Eierlikör, während aus ihrem Einsatzwagen Funksprüche drangen. Entsprechend wäre der Gebrauch der unter dem Kopfkissen versteckten 9-Millimeter Halbautomatik mit gewissen Konsequenzen verbunden gewesen. So machte sich Klaus zwangsläufig ohne Gewalt- und Tauschmittel auf Richtung Supermarkt. In der Nähe der Bruchstelle traf er auf einen Mann, der in ausgelatschten Birkenstocksandalen auf einem ausgedienten Canon-Farbkopierer stand und durch einen Blechtrichter lauthals verkündete, dass die Welt im Allgemeinen ohnehin so unangenehm sei, dass der Verlust eines Zwölftels ihrer Landmasse nicht besonders in Gewicht falle. Klaus hätte dieser Aussage ausserhalb physikalischer Erwägungen vollumfänglich zugestimmt, wäre da nicht sein linker Schuh gewesen, der mit Reichstag, Salamifabrik und Europapark in der Sonne verglüht war.

Hinter Masken (1)

17. März 2006

happy
Konrad Korn (links)

Eines Morgens wachte Konrad Korn just in dem Moment auf, in dem ihm die Decke auf den Kopf fiel. Schlaftrunken warf er sich aus dem Bett um in der Dusche den Mörtel abzuwaschen. Doch die Wassertropfen quälten ihn dergestalt, dass er sich noch stinkend in seine Hose quälte. In der Küche drohten ihn die Wände zu erschlagen und so irrte er ohne Frühstück nach draussen, wo er feststellte, dass ihm die blosse Höhe des Himmels jeden Halt stahl. Folgerichtig beschloss Herr Korn wenige Minuten nach dem Aufstehen, seinen Kopf solange unter Wasser zu halten, bis alles wieder gut würde.

Kritik des Opiums

3. März 2006

Wer heute als kritischer Kritiker etwas auf sich hält, der weiss um die Dringlichkeit, die ganz eigene Idiotie des Islams zu kritisieren – dass Religion Idiotie ist, sei hier unbestritten. Dabei stürzt und stützt man sich auf die Schriften des Irrglaubens und leitet daraus dann die Praxis der Moslems ab. Könnte man das Ganze auch einfach rechts liegen lassen, so lässt es doch aufhorchen, dass diese «Kritik» auch und gerade von Leuten betrieben wird, die sich auf Marx beziehen. Richtig: Auch Marx übte Religionskritik als «Voraussetzung aller Kritik», nur war die marxsche Religionskritik immer eine Kritik an der Gesellschaft. Marx schreibt:

«Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben oder schon wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät. Dieser Staat, diese Sozietät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind. (…) Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.» (Karl Marx; MEW 1: 378f)

Wenn nun zum Beispiel im KF der User «Die Hilton» die Zwangsbeschneidungen von Frauen in einem direkt kausalen Zusammenhang mit der spezifisch islamischen Ausformung des Irrglaubens behauptet, dann macht er nichts anderes als alles falsch (zumal es empirisch schon Blödsinn ist) – ebenso falsch wie seine «GenossInnen», die noch jede Barbarei aus dem Koran ableiten. Er erklärt nämlich nicht die Praxis aus den gesellschaftlichen Bedingungen, welche über die religiöse Schrift legitimiert wird. Nein. Er leitet implizit die unglaubliche Praxis direkt aus der religiösen Schrift ab und erklärt damit, dass die Religion – zwar nicht den Menschen –, aber eben doch seine Praxis hervorbringe.

NB: Bibel- oder Koranexegese überlass ich auch künftig den Post-Antideutschen und jenen, die glauben sich auf dieser Ebene mit ihnen rumschlagen zu müssen.

Konzerte online

Auf der Seite fabchannel.com kann man sich diverse Konzerte anschauen und -hören. Es ist möglich die verschiedenen Lieder der oftmals wenig bekannten Bands einzeln abzuspielen. Sehr praktisch das Ganze. Man braucht dazu allerdings den Macromedia Flashplayer.

>> fabchannel.com <<




Referer der letzten 24 Stunden: