Im Allgemeinen (Kummer 3)

18. März 2006

Der Bankomat um die Ecke wollte kein Geld ausspucken und so sah sich Klaus gezwungen auf alternativem Wege einen Schuh zu beschaffen. Scheinbar war das Gewaltmonopol des Staates nicht mit dem Bundestag verdampft, denn in der Nähe der Bank betranken sich zwei Uniformierte mit Eierlikör, während aus ihrem Einsatzwagen Funksprüche drangen. Entsprechend wäre der Gebrauch der unter dem Kopfkissen versteckten 9-Millimeter Halbautomatik mit gewissen Konsequenzen verbunden gewesen. So machte sich Klaus zwangsläufig ohne Gewalt- und Tauschmittel auf Richtung Supermarkt. In der Nähe der Bruchstelle traf er auf einen Mann, der in ausgelatschten Birkenstocksandalen auf einem ausgedienten Canon-Farbkopierer stand und durch einen Blechtrichter lauthals verkündete, dass die Welt im Allgemeinen ohnehin so unangenehm sei, dass der Verlust eines Zwölftels ihrer Landmasse nicht besonders in Gewicht falle. Klaus hätte dieser Aussage ausserhalb physikalischer Erwägungen vollumfänglich zugestimmt, wäre da nicht sein linker Schuh gewesen, der mit Reichstag, Salamifabrik und Europapark in der Sonne verglüht war.


Kommentare

Der URI für den TrackBack dieses Eintrags ist: http://1945.blogsport.de/2006/03/18/im-allgemeinen-kummer-3/trackback/

Noch keine Kommentare.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Eintrag.

Kommentar hinterlassen

Leider ist der Kommentarbereich für dieses Mal geschlossen.




Referer der letzten 24 Stunden:

Datenschutzerklärung