Fetzen

2. April 2006

Und noch während man – den Drink in der Hand – denkt, dass man dann irgendwann nach Hause gehe, treiben schon grosse glitzernde Ohrringe an einem vorüber, bewegt sich eine über die Schulter geworfene weisse Damenhandtasche vorbei und kreuzt sich mit einem modischen Kleid. Werfen sich eilig eine paar geschminkte Lippen in den Strom, den Klippen aus starrenden Gesichtern entgegen. Man findet sich zurückgeworfen auf die eigenen Sinne. Rundherum bewegt sich im Takt der Strom und auf einer Grossleinwand irgendwo im Rückraum quält sich Johnny Cash. Im Strom bildet sich ein Strudel um glänzend blonde Haare. Keine Überlegenheit, man steht nicht auf einer Anhöhe und schaut in den Fluss, man steht mitten drin. Schlecht absorbiert. Bloss ein Stein auf dem Grund und es wird einem leicht übel. Flucht. Dunkles Zimmer. Kopfhörer. E-Gitarre. A-Moll. Im Takt. Kein Strom. Nur der eigene Kopf, der im Takt wiegt. Irgendwann entschlafen.




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